Warum Ihre Unternehmenskommunikation von Kindermagazinen lernen könnte

Komplexe Produkte, trockene Wirtschaftsthemen oder abstrakte Dienstleistungen: In der Unternehmenskommunikation stehen PR-Profis und Geschäftsführer oft vor der Herausforderung, Fachwissen verständlich zu verpacken. Die Lösung liegt überraschenderweise im Zeitschriftenregal unserer Kinder. Warum ein Perspektivenwechsel hin zum kindlichen Entdeckergeist Ihre Reichweite steigert und wie Sie aus abstrakten Fakten echte Geschichten zum Anfassen machen.

Ich werde oft gefragt, wie man gute Themen für ein Kindermagazin findet. Mich überrascht diese Frage jedes Mal. Denn egal, ob für das klassische Corporate Publishing oder den eigenen Blog: Kinder interessieren sich eigentlich für alles!

Sie können Kindern erzählen, warum ein Dübel ein schweres Bücherregal in der Wand hält, oder wie eine winzige Tablette grässliche Kopfschmerzen lindert oder wie ein Parlament nach hitzigen Diskussionen eine einfache Entscheidung trifft. – Es gibt kaum ein Thema, das sich nicht so aufbereiten ließe, dass junge Leser gebannt an den Lippen des Autors hängen.

Die Themen brauchen nicht in der Erlebniswelt der Kinder zu spielen. Nur die Geschichten müssen es. Ein Text für Kinder transportiert Fakten über eine emotionale Ebene, mit Worten, die Bilder und Gefühle auslösen und über Analogien, die in der Erlebniswelt der Kinder spielen. Für junge Leser schreiben Sie also nicht über die Gesetze der Thermodynamik. Sie schreiben darüber, wie eine Wärmepumpe mit eiskalter Luft wohlig-warmes Wasser macht.

Doch genau hier liegt die größte Hürde für viele Kommunikatoren. In der PR leiden wir oft unter dem „Fluch des Wissens“: Fachexperten haben vergessen, wie es ist, ein Thema nicht zu kennen. Sie setzen unbewusst Grundlagen voraus, die der Laie gar nicht haben kann. Kindermagazine kennen diesen Fluch nicht. Sie fangen bei jedem Thema konsequent bei Null an. Sie nehmen den Leser an der Hand, statt ihn zu überfordern.

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Schauen Sie sich die Nachrichten an. Picken Sie ein trockenes Wirtschaftsthema heraus. Zum Beispiel Zinsen. Überlegen Sie kurz: Wie würde ich das jetzt den Schülern einer vierten Klasse erklären? Fragen Sie sich dazu: Welche Bilder entstehen beim Thema Finanzen im Kopf eines Kindes? Welche Parallelen gibt es zu eigenen Erfahrungen? Wie schaffe ich es, aus einem abstrakten Begriff etwas zum Anfassen zu machen?

Sie werden schnell beim Taschengeld landen oder erkennen, dass sich Zinsen wie eine Leihgebühr für ein Fahrrad anfühlen können, die man bezahlen muss oder selbst verdienen kann. Haben Sie keine Angst, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen. Kinder begeistern sich auch für Kleinigkeiten. Machen Sie eine große Sache daraus. Wenn Sie das verinnerlichen und sich diese unvoreingenommene Neugier bewahren, werden Ihnen die Themen für Ihre Artikel niemals ausgehen.

Und was können Sie daraus für Ihre Kundenmagazine im Erwachsenenbereich lernen?

Wechseln Sie die Perspektive und nehmen Sie die Sicht eines Lesers ein, der von Ihrem Thema zum ersten Mal hört. Denken Sie nicht zu kompliziert. Denken Sie interdisziplinär. Fragen Sie sich, wie Sie Ihre Leser emotional einfangen und ihnen erst dann eine sachliche Information vermitteln. Denn Ihre Leser sind Kinder im Körper eines Erwachsenen – zumindest, wenn es um Themen geht, die diesen Lesern nicht geläufig sind. Das erklärt auch den großen Erfolg von Kinderformaten bei Erwachsenen. Wenn ich meine Wärmepumpe verstehen will, schlage ich nicht im Lehrbuch der theoretischen Physik nach, sondern sehe mir insgeheim die „Sendung mit der Maus“ an.

Unternehmen, Behörden, Produkte und Dienstleistungen stecken voller spannender Geschichten. Mit dieser spielerischen Herangehensweise werden Sie staunen, wie viele Themen sich für die Presse- oder Öffentlichkeitsarbeit ergeben. Meine Erfahrung zeigt: Wer in Gedanken für Kinder schreibt, erreicht Erwachsene viel besser. Mussten Sie schon mal ein komplexes Fachthema für Laien verständlich erklären? Waren Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Und wie waren die Reaktionen Ihrer Leser? Schreiben Sie mir. Ich bin gespannt auf Ihre Ansätze und Kommentare!